- H2FLY und Projektpartner Air Liquide testeten im Rahmen von Kopplungstests erfolgreich das im Flugzeug integrierte Flüssigwasserstoffspeichersystem
- Die Tests wurden in Vorbereitung auf die bevorstehende Testflugkampagne von H2FLY abgeschlossen
- Dieser weltweit erste Meilenstein ist die neueste Entwicklung bei der Verwendung von flüssigem Wasserstoff (LH2) für einen emissionsfreien Antrieb von Flugzeugen
Stuttgart, 28. April 2023 – H2FLY, das in Stuttgart ansässige Unternehmen, das auf die Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen für Flugzeuge spezialisiert ist, gab heute bekannt, mit seinem Demonstrationsflugzeug erstmals Kopplungstests am Boden erfolgreich durchgeführt zu haben. Die Entwicklungen sind Teil des europäischen Projekts HEAVEN - einem Konsortium von sechs Partnern, das unter der Leitung von H2FLY die Verwendung von flüssigem, kryogenischem Wasserstoff als Treibstoff für Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebene Flugzeuge demonstrieren soll.
Im Rahmen der Kopplungstests konnte das neue Flüssigwasserstoffspeichersystem, das von Air Liquide auf Grundlage der Anforderungen von H2FLY entwickelt und bereitgestellt wurde, erfolgreich mit dem Brennstoffzellensystem am Boden gekoppelt werden. Diese Kopplung bildet dabei den letzten technologischen Baustein bei der Entwicklung eines kompletten, wasserstoff-elektrischen Antriebsstrangs, der für den Antrieb der HY4 Flüssigwasserstoff nutzt. Die HY4, H2FLYs viersitziges Demonstrationsflugzeug, soll damit die Realisierbarkeit von wasserstoff-elektrischen Antriebssystemen für Flugzeuge demonstrieren. H2FLY leitete die Testkampagne auf dem Campus Technologies Grenoble von Air Liquide in Sassenage, Frankreich, gemeinsam mit Air Liquide.
Die erfolgreichen Kopplungstests sind ein weiterer, wichtiger Schritt im Hinblick auf die bevorstehende Boden- und Testflugkampagne in diesem Sommer, wenn die HY4 voraussichtlich das weltweit erste Passagierflugzeug sein wird, das mit Flüssigwasserstoff und Brennstoffzellen fliegt.
H2FLY ist das erste Unternehmen, das erfolgreich Kopplungstests am Boden mit einem in einem Flugzeug integrierten LH2-Tank und einem Brennstoffzellensystem durchgeführt und damit die zukunftsweisenden, technologischen Fortschritte des Unternehmens in den Bereichen Brennstoffzellensysteme, Wasserstoffspeichersysteme und Auslegung vom H2-Treibstoffsystemen für Flugzeuge der CS-23- und CS-25 Klasse unter Beweis gestellt hat.
CS-23 und CS-25 stellen dabei Regelungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) dar, die sicherstellen, dass Flugzeuge die erforderlichen Standards für eine Zulassung erfüllen.
Darüber hinaus konnte das Unternehmen Fachwissen im Umgang mit flüssigem Wasserstoff aufbauen, da in Zusammenarbeit mit Air Liquide neue Sicherheitskonzepte zur Vorbereitung auf die Kopplungtests erarbeitet wurden.
Prof. Dr. Josef Kallo, Mitbegründer und CEO von H2FLY: "Mit dem erfolgreichen Abschluss der Kopplungstests am Boden haben wir gelernt, dass es möglich sein wird, unsere Technologie auch auf ein 40-sitziges Flugzeug zu skalieren. Wir freuen uns sehr über diesen entscheidenden Fortschritt bei unserem Vorhaben nachhaltige Mittel- und Langstreckenflüge Realität werden zu lassen."
Dieser Meilenstein folgt auf die Ankündigung H2FLYs im letzten Monat, wonach das Unternehmen die ersten Befüllungstests mit dem integrierten Flüssigwasserstofftank erfolgreich durchgeführt hatte.
Seit mehr als 8 Jahren forscht, testet und optimiert H2FLY wasserstoff-elektrische Antriebe für die Luftfahrt. Das Ergebnis ist die HY4, ein viersitziges Testflugzeug mit wasserstoff-elektrischem Antrieb, das 2016 seinen ersten Flug absolvierte. In den letzten drei Jahren gab es mehrere wichtige Meilensteine, darunter:
Im Jahr 2020 erhielt H2FLY eine Fluggenehmigung für die neueste Generation des HY4-Flugzeugs, das über eine vollständig redundante Antriebsarchitektur verfügt. Mit mehr als 100 Starts demonstrierte das Unternehmen erfolgreich die Anwendbarkeit von wasserstoff-elektrischen Antriebslösungen in der Luftfahrt.
- Im Jahr 2021 unterzeichnete das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit dem Flugzeughersteller Deutsche Aircraft, in deren Rahmen die beiden Unternehmen gemeinsam ein Demonstrationsflugzeug der CS-25 Klasse mit der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie von H2FLY betreiben werden. Das klimaneutrale Regionalflugzeug soll 2025 als Prototyp erstmals fliegen.
- Anfang letzten Jahres absolvierte das Unternehmen einen Überlandflug von Stuttgart nach Friedrichshafen, bei dem 124 Kilometer zurückgelegt wurden. Damit flog erstmals ein wasserstoff-elektrisches Passagierflugzeug zwischen zwei Verkehrsflughäfen
- Ebenfalls im letzten Jahr stellte das Unternehmen mit einer Flughöhe von 7.230 Fuß, was über 2.200 Metern entspricht, einen mutmaßlichen Höhenweltrekord für ein Wasserstoffflugzeug auf und bestätigte damit seine führende Position in dieser neuen Antriebskategorie
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